Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Parsberg

Gegründet 1871

Entnommen der Festschrift des 125-Jährigen Jubiläums

1871

Über die Gründung der Feuerwehr existiert ein Schreiben der Gemeindeverwaltung Parsberg an das Königl. Bezirksamt Miesbach, ausgestellt am 22. Oktober 1871, mit dem Wortlaut:


"Die unterfertige Gemeindeverwaltung bringt hiermit gehorsamst zur Anzeige, dass die am

6. September 1.Jrs. (=laufenden Jahres= 1871) von der Königlichen Regierung für vollziehbar erklärte Feuerlöschordnung für den Landgerichtsbezirk Miesbach, unter heutigen, bei versammelter Gemeinde öffentlich durch Verlesen bekannt gegeben wurde.
Von den zur Feuerlöschordnung verpflichteten Mannschaften jeder Abteilungen wurden in gesonderten Wahlverhandlungen mit relativer Stimmmehrheit, nachstehende Obmänner und Stellvertreter gewählt.


1.Abteilung Rettungs- Mannschaft
Obmann: Johann Kinshofer Bucherma

Stellvertreter: Josef Kirchberger Bauer von Frauenried


2.Abteilung Mannschaft der Wasserzubringer
Obmann: Anton Weinzierl Handl in der Au
Stellvertreter: Xaver Pettinger Hueber von Bergham


3.Abteilung Wachtmannschaft
Obmann: Abraham Kuchler Windler
Stellvertreter: Bartholomä Widmann


4.Abteilung Spritzenmannschaft
Obmann: Johann Schöpfer Schreinermeister in Parsberg
Stellvertreter: Ignaz Höger Wirth hat die Anzeige an das königliche Bezirksamt
zu besorgen


Sämtliche Gewählten wurden vom Bürgermeister auf Handgelübte an Eidesstat verpflichtet, und einen jeden eine Distriktspolizeiliche Dienstesinstruktion, samt Verzeichnis, der zu seiner
Abteilung gehörigen Mannschaft zugeteilt. Die Ortschaft Bergham wurde beauftragt, sich 2 Feuerleitern und 3 Feuerhaken anzuschaffen. Da in der Ortschaft Frauenried sich 2 
Stiftungsgebäude befinden, so wurde dieselbe beauftragt, sich 3 Feuerleitern und 4 Feuerhaken anzuschaffen, und einen vorschriftsmäßigen Feuerweiher anzulegen.


Parsberg am 22. Oktober 1871


Hochachtungsvoll
Des Könilgichen Bezirksamtes
Gehorsamste Geimeinde- Verwaltung Parsberg"


Das Schreiben ist mit dem Gemeindesiegel versehen und von folgenden Männern unterschrieben: Kolb Bürgermeister, Lorenz Mayer, Michael Schlemmer, Joseph Bergekker, Johann Stadlberger, August Waizinger, Martin Lentner, Anton Weinzierl, Abraham Kuchler.

1871 ff

Für die folgenden Jahre fehlen genaue Unterlagen. Als einer der Gründer der Feuerwehr Parsberg wird in der Folgezeit mehrfach Kasper Bauer, Köhlerebauer ( heutige Aussprache: Killer), angeführt.

1927

Auf einstimmigen Beschluss der Feuerwehrversammlung vom 13. Februar 1927 wird Kasper Bauer zum Ehrenvorstand ernannt. Ab 1927 führt als Kommandant und Vorstand Simon Eichinger die Parsberger Feuerwehr bis 1934.

1950 wird er zum Ehrenvorstand ernannt.

Er ist 1960 gestorben.

1934

Am 01.04.1934 wird als neuer Kommandant Josef Stöger gewählt.

1935 ff

Ab 1935 steht unter jedem Versammlungsprotokoll das ,,große Wort‘‘ des braunen Diktators ,,Sieg Heil‘‘. Es sind schlimme Zeiten.

In den schweren Bombennächten von München 1945 werden die Parsberger Feuerwehrmänner zum Löscheinsatz abkommandiert. Soweit überliefert, kehren Gott sei Dank alle wieder unversehrt heim.

Während dieser schrecklichen Zeit gibt es ab 1938 vermutlich auch keine Versammlungen
mehr bis 1948.

1949

Am 20. November 1949 eröffnet Kommandant Josef Eckl die erste Jahreshauptversammlung der Parsberger Feuerwehr nach dem Krieg.

Bei dieser Versammlung findet eine Vorstandswahl statt. Stöger bleibt Vorstand bis zu seinem Tod am 10.10.1953.

1950

Die Feuerwehr erhält auf Vorschlag des damaligen Kassiers der Jagdgenossenschaft Parsberg Ignaz Schöttl den Jagdpachtschilling als Spende zum Kauf eines neuen Motors für den Feuerwehrwagen.

In dieser Versammlung gibt es auch eine sehr lebhafte Debatte über die Anlegung und Instandhaltung der Feuerlöschweiher.

1952

Am 27.04.1952 erfolgt nach einer Wahl eine Änderung in der Führung der Feuerwehr. Der Parsberger Fuhrunternehmer Ludwig Kuchler wird 1. Kommandant.

1955

Beschaffung eines neuen TSF VW-Bus.

Am 16.01.1955 ist Vorstandswahl. Es wird Max Schwendl gewählt, der dann 1964 aus gesundheitlichen Gründen sein Amt abgibt (Schwendl stirbt 1970).

1968

Feuerwehrball 14.01.1968:

mäßiger Besuch bei guter Stimmung. Teilnahme am 100- jährigem Jubiläum der Miesbacher Feuerwehr.

Ausgerückt wird in historischen Uniformen und mit Handspritze, von Pferden gezogen.

1969

Neuwahlen:


1.Kommandant: Ludwig Kuchler
2.Kommandant: Georg Auracher


Schriftführer:      Alois Kellringer
Kassenwart:        Alois Schöpfer
Kassenprüfer:    Abraham Heiß und Stefan Gottbrecht

1971

Größtes Ereignis ist das 100- jährige Jubiläum der Parsberger Feuerwehr am
17. Und 18. Juli 1971.

Auftakt ist ein gut besuchter Heimatabend im Festzelt mit zahlreichen Ehrengästen.

Es folgten Ehrungen für langjährige treue Mitgliedschaft.
Festtag: Empfang der Vereine, 09:30 Uhr Kirchenzug.

Festgottesdienst auf dem neuen Schulhof mit Pater Marinus Maier.
Anschließend Standartenweihe der neuen Standarte, die nach einem Irrweg über Parsberg in der Oberpfalz gerade noch rechtzeitig zum Fest in Parsberg/Oberbayern eintrifft.


Um 13:30 Uhr Aufstellung zum Festzug bei bedecktem Himmel. Bei immer stärker werdenden Regen muss der Festzug schließlich verkürzt werden.
Anschließend gemütliches Beisammensein im Festzelt mit Dankesansprachen und Überreichungen der Ehrengaben.

Es ist ein schönes Fest, an das man gerne denkt.

1972

Am 25.08. kommt der genehmigte Plan für das neue Feuerwehrgerätehaus.


Es hat deswegen solange gedauert, weil man sich nicht entscheiden konnte, ob man mit oder ohne Zuschuss bauen soll.

Vom Landratsamt wurde ein Kiespressdach gefordert mit wesentlich höheren Kosten. Schließlich wird es doch ein herkömmlicher Dachstuhl aus Holz.

Am 31.08. wird mit dem Bau begonnen.

460 Stunden erbringen die Feuerwehrmänner an Eigenleistung.

1973

Nach stark verzögertem Bau kann man endlich am 06.10.1973 ins neue Haus einziehen.

Immer wieder angemahnt vom Landratsamt für Brand- und Katastrophenschutz gibt Kommandant Kuchler bekannt, dass der alte VW-Bus nicht mehr den Vorschriften genüge und unbedingt ein neues Löschfahrzeug angeschafft werden müsse.

Zu diesem Zweck wird eine Haussammlung veranstaltet. Auch der Wirt Georg Meindl trägt ein Scherflein dazu bei, er spendierte den Erlös einer Tanzveranstaltung.

Die Sammlung erbringt rund 18000,- DM, davon 1000,- DM Spende der Jagdgenossenschaft.

1974

Am 24.11.1974 wird das langersehnte neue Feuerwehrfahrzeug LF8 von der Firma Ziegler nach dem Sonntagsgottesdienst von Pater Rössler eingeweiht.

1978

Verabschiedung des langjährigen 1.Kommandanten Ludwig Kuchler.

Er wird von seinem Amtsnachfolger Klaus Gschwendtner im Namen aller Aktiven zum

Ehrenkommandanten ernannt und mit einer Urkunde, einem Zinnkrug und einem Geschenkkorb bedacht.

1979

18.07.1979.

Beim Jahrtag der Ortsvereine feiert Max Eham sein 40- jähriges Priesterjubiläum.

Am 06.10.1979 gibt es sogar noch einen Ball der Ortsvereine.

1981

Am 05.09.1981 erhält die Feuerwehr Parsberg das gebrauchte Tanklöschfahrzeug vom Landkreis Miesbach, Typ Magirus Deutz TLF16 mit 2400 l Wassertank, Baujahr 1957. 

Darauf folgte am 07.12.1981 die 110-Jahresfeier der Feuerwehr im kleinen Rahmen. Gedenkgottesdienst für die verstorbenen Kameraden, anschließend Abendessen und gemütliches Beisammensein in der Schießstätte.

1982

Gefahrvoller Auftrag für die Parsberger Feuerwehr am 10.11.1982:

Nach Munitionsfund aus dem 2. Weltkrieg bei der Bergung eventuelle Brände löschen und verdreckte Munition waschen.

1984

Am 28. September 1984 werden die Wehrmänner von Parsberg zu einem lang dauernden Einsatz gerufen, und zwar zum Bergrutsch am Brenten in Hausham.

Der "Silbersee" ist zu ca. 60% verschüttet, und es droht ein Dammbruch.

Ununterbrochener Pumpbetrieb von Freitag 22:30 Uhr bis Sonntag 15:00 Uhr.

1985

Satzungsänderung:

Gründung eines Vereins mit Eintragung ins Vereinsregister.

Neuwahl der Vorstandschaft.


Wahlergebnis:
1. Vors.:             Klaus Gschwendtner, zugl. 1. Kommandant
2. Vors.:             Ignaz Schöttl, zugl. 2. Kommandant
Schriftführer: Lenz Schöpfer
Kassenwart:   Hannes Schöpfer


Beisitzer: Sebastian Seebacher, Josef Eham, Norbert Seeger, Georg Seemüller, Lenz Eckl, Georg Eham, Stefan Kellerer, Andreas Thrainer

1986

Am 16.03.1986 brennt der Waizinger Keller in Miesbach.

Es ist keine Flamme zu sehen, nur eine riesige Rauchwolke steht über dem Bau.

Es handelt sich um einen Schwelbrand im Gebäude.

1990

Nachdem sich der bisherige 1. Kommandant Klaus Gschwendtner nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stellt, wird Andreas Thrainer zum 1. Kommandanten und Klaus Gschwendtner zum 2. Kommandanten gewählt.

1993

Am 30.09.1993 wurde der alte VW-Bus außer Dienst gestellt und durch einen neuen Bus ersetzt.

1994

Im Jahre 1994 erfolgte der Anbau an das Gerätehaus. Endlich hat man genügend Platz für Gerät und Mannschaft.

1996

Am 02.06.1996 ,,Tag der offenen Tür‘‘ mit Einweihung des neuen Tanklöschfahrzeuges.


Neuwahl der Vorstandschaft:


1. Kommandant:  Andreas Thrainer
2. Kommandant:  Klaus Gschwendtner


1. Vorstand:           Klaus Gschwendtner
2. Vorstand:           Sebastian Seebacher


Schriftführer:        Josef Eham sen.
Kassier:                   Josef Fischer
1. Fähnrich:             Hannes Sommer
2. Fähnrich:             Anton Feldmeier
Vertrauensmann: Elmar Meier
Kassenprüfer:       Hans Eham und Hans Külbs


Beisitzer: Andreas Thrainer, Martin Thrainer, Georg Weinberger, Kölbl und Josef Killer


Zeugwarte: Martin Thrainer und Georg Weinberger